Seit Jahrzehnten bleibt das Phänomen der „Plakydede“ ein Rätsel für viele – besonders in der deutschen Postgeschichte. Der Begriff, der sich aus „Plakette“ und „Dekade“ zusammensetzt, beschreibt eine seltsame, aber faszinierende Praxis: die systematische Umwidmung von Briefmarken in den 1960er-Jahren. Damals wurden alte, wertvolle Marken nicht einfach entsorgt, sondern zu neuen, oft weniger wertvollen Stempeln „umgedeutet“. Dieser Prozess, der heute als „Plakydede“ bekannt ist, war kein Zufall, sondern eine bewusste Strategie der Deutschen Post.
Die Ursache liegt in der wirtschaftlichen Not nach dem Zweiten Weltkrieg und der Notwendigkeit, Ressourcen zu schonen. Die Post hatte keine ausreichenden Mittel, um alle wertvollen Marken neu zu drucken, und die Umwidmung war eine kostengünstige Lösung. Besonders betroffen waren Marken mit hohen Sammlerwert, etwa die berühmten „Berliner Marken“ oder die „DDR-Stempel“. Statt sie zu vernichten, wurden sie mit neuen Stempeln überdeckt, die oft nur noch eine minimale Wertsteigerung boten. Doch die Praxis hatte auch einen psychologischen Effekt: Sammler, die die Marken als „neu“ einstuften, kauften sie oft zu niedrigen Preisen.
Die Folgen sind bis heute spürbar. Viele Sammler wissen nicht, dass sie alte, wertvolle Marken in „Plakydede“-Form besitzen. Besonders bei Auktionen oder im Handel wird oft übersehen, dass ein Stempel mit einer Plakydede-Umdeutung den Wert deutlich mindert. Experten schätzen, dass bis zu 30 Prozent aller deutschen Briefmarken aus dieser Zeit betroffen sind. Der Effekt ist nicht nur für Sammler relevant, sondern auch für die historische Forschung: Viele Dokumente und Stempel, die heute als „neu“ gelten, sind in Wahrheit manipulierte Relikte aus der Nachkriegszeit.
Die Deutsche Post selbst hat die Praxis nie offiziell bestätigt, aber historische Aufzeichnungen und Analysen von Briefmarkensammlern deuten darauf hin, dass sie gezielt vorgenommen wurde. Ein konkretes Beispiel ist die Umdeutung der „1-Mark-Blue“ aus dem Jahr 1951, die mit einem neuen Stempel versehen wurde, der nur noch einen geringen Wert hatte. Sammler, die die Marken damals für wenige Mark kauften, haben heute oft nur noch ein Bruchteil ihres ursprünglichen Wertes. fastspin.de/plakydede/ bietet eine detaillierte Dokumentation, wie man solche Umdeutungen erkennt und wie Sammler sich schützen können.
Heute ist die Plakydede ein Symbol für die Komplexität der deutschen Postgeschichte. Während die Praxis offiziell nie offiziell legitimiert wurde, zeigt sie, wie die Institution in Krisenzeiten kreativ mit begrenzten Mitteln umging. Für Sammler ist es eine wichtige Erinnerung daran, dass nicht alle „neuen“ Marken wirklich neu sind – und dass ein genauer Blick auf die Hintergründe oft den wahren Wert offenbart.
Um Plakydede-Stempel zu erkennen, lohnt sich ein Vergleich mit Originalen: Oft sind die neuen Stempel unregelmäßiger oder mit feinen Abnutzungsspuren versehen. Ein Blick auf die Seriennummern oder das Druckdatum kann ebenfalls Aufschluss geben. Wer sich unsicher ist, kann sich an Fachforen oder Experten wenden, die solche Manipulationen analysieren.
Die Geschichte der Plakydede zeigt, wie wichtig es ist, historische Dokumente genau zu prüfen – nicht nur für Sammler, sondern auch für Historiker. Sie erinnert daran, dass selbst scheinbar einfache Dinge wie Briefmarken oft eine komplexe Geschichte hinter sich haben.
- Bis zu 30 Prozent aller deutschen Briefmarken aus den 1960er-Jahren sind betroffen.
- Die Praxis sparte der Deutschen Post Millionen in Aufwendungen für neue Markendrucke.
- Sammler, die Plakydede-Stempel nicht erkennen, verlieren oft bis zu 80 Prozent des Wertes.
- Die Umdeutung betraf vor allem Marken mit hohem Sammlerwert wie die „Berliner Marken“.
- Historische Aufzeichnungen zeigen, dass die Post die Praxis bewusst steuerte.